eine VW-Bus-Reise durch Nord-, Mittel- und Südamerika

Infos zu Bus & Reise

Achtung: Nach über zehn Jahren sind diese Informationen nicht mehr aktuell (Stand 1999/2000)! Aktuellere Infos gibt's im Panamericana-Forum.

Ausrüstung

Eine Auswahl an Ausrüstungsgegenständen:
Wasserkanister; Kochgeschirr (Töpfe, Pfanne, Teller, Geschirr usw.); Trockennahrung wie Nudeln, Reis, Mehl, Haferflocken, Gewürze usw.; Wascheimer mit dichtem Deckel; Kleidung für alle Klimate; Schlafsack; Rucksack; Taschenlampe; Spotlight, dass mit Kabel von der Autobatterie betrieben werden kann; Kompass; Moskitonetze und andere Mittel zur Insektenabwehr (Räucherstäbchen, Duftkerzen usw.); Zelt; Taschenmesser; Tupperdosen; Säge und Beil; Schnüre und Seile; Wasserentkeimungsmittel; 12-Volt-Kühlbox; Sandbleche; Schaufel; Seilwinde (Wir hatten eine Handseilwinde dabei und waren auch sehr froh darüber. Auf unbefestigten Straßen steckt man bei Nässe doch recht schnell fest und kann sich dann, falls ein Baum in der Nähe ist, selbst befreien.); Campingdusche mit 12-Volt-Pumpe (wir haben uns so eine Dusche selbst gebaut und konnten so im freien mit einem Wasserkanister duschen, vorausgesetzt wir waren alleine); Kraftstoffkanister; Werkzeuge; Ersatzteile; ... (siehe auch Werkzeug und Ersatzteile / Fahrzeug)

Carnet de Passage

Uns schien das Carnet de Passage sehr hilfreich beim Einreisen in die Länder Südamerikas zu sein. Dieses Papier ist eine Bürgschaft, mit der man sich verpflichtet, das Fahrzeug wieder auszuführen. Man kommt so um das Verzollen des Fahrzeuges herum. Man bekommt es z.B. beim ADAC oder bei anderen Automobilclubs gegen eine Gebühr von ca. 200 Mark und eine Kaution von 3000 Mark. Die Kaution bekommt man zurück, wenn das Fahrzeug wieder in Deutschland ist, oder wenn es im Ausland offiziell verzollt oder verschrottet wurde.
Wir dachten, dass das Carnet notwendig sei, um mit einem eigenen Fahrzeug nach Südamerika einreisen zu dürfen. Von anderen Reisenden haben wir aber erfahren, dass es auch ohne Carnet gehen soll.

Ersatzteile

Siehe Werkzeug und Ersatzteile

Fahrzeug

Postbus Unser Fahrzeug: VW-Transporter, 57 PS, Diesel, Baujahr 1990, aus Post-Bestand. Insgesamt waren wir sehr zufrieden mit diesem Fahrzeug! Bei einer Inspektion in einer VW-Werkstatt nach dem Kauf sagte uns der Mechaniker: "Naja, Sie werden ja wohl keine Weltreise damit machen!". Dafür hat es dann doch noch recht viel mitgemacht und nie größere Probleme gemacht. Der Innenraum ist zwar nicht gerade üppig, doch dafür ist das Auto noch relativ kompakt.
Man sollte im Fahrzeug natürlich Schlafen und Kochen können. Wir haben den Bus selbst ausgebaut (Klapp-Bank zum Sitzen und Schlafen, Kochgelegenheit (Gas), Stauschränke, Isolierung, Licht usw.). Wichtig sind viele Luftklappen im Schlafbereich, die mit Moskitonetzen versehen werden können. In den richtig feucht-heißen Tropen kann man oft nur mit geöffneter Seiten- und Hecktüre schlafen, aber auch hier sollten wegen Malariagefahr Moskitonetze angebracht werden können (Malaria). Sinnvoll ist auch eine Zweitbatterie, die während der Fahrt aufgeladen wird aber beim Stehen alleine z.B. zur Beleuchtung oder zum Betreiben einer Kühlbox dient (damit man auch wieder los kommt). Zum VW-Bus-Ausbau gibt es ein recht hilfreiches Buch von Lautenschlager, Axmann, Korp: Jetzt helfe ich mir selbst - Camping-Bus selbstgebaut, ISBN 3-613-01140-9.
Mehr Geländetauglichkeit hätte manchmal nicht geschadet, aber es ging auch so. Wir hatten eine Handseilwinde und Sandbleche dabei, um uns aus Schlammlöchern u.ä. selbst befreien zu können. Wer aber mitten durch den Amazonas fahren will, sollte ein geländegängigeres Fahrzeug (Vierradantrieb, größerer Unterbodenabstand usw.) haben (Ausrüstung).

Woher bekommt man einen Postbus?
Die Post hatte immer mal wieder Versteigerungen für ihre alten Fahrzeuge veranstaltet. Da musste man aber schon Glück haben, um was gutes zu finden - die besten Fahrzeuge hatten sich Händler bereits vorher rausgesucht... Bei einem Gebrauchtwagenhändler (es gibt auch auf VW-Busse spezialisierte) wird man also wahrscheinlich eher was gescheites finden. Bedenken sollte man, dass Postbusse (wie auch andere Firmenfahrzeuge) oft im Kurzstreckenverkehr eingesetzt wurden und eventuell nicht ganz so schonend behandelt wurden.

Gas

Wir hatten zum Kochen einen Gaskocher, der mit einer normalen grauen Gasflasche betrieben wurde. Diese lässt sich aber in der Regel außerhalb Deutschlands nicht mehr ohne weiteres auffüllen. Für diesen Fall gibt es verschiedene Adapter, nützlich war aber nur ein Adapter für das US-System. Den gibt's von der Firma Wynen Gas für ca. 60 Mark, zu beziehen über SeaBridge, Tulpenweg 36, 40231 Düsseldorf. Irgendwie und mit etwas Improvisation hat es mit diesem Adapter immer geklappt. 

Geld

Es ist sinnvoll, Geld in verschiedenen "Formen" mitzunehmen. Traveller-Checkes bieten mehr Sicherheit als Bargeld, sie lassen sich aber nicht überall und wenn, dann in der Regel nur mit Gebühren Umwechseln. Mit einer ganz normalen EC-Karte sind wir auch schon recht weit gekommen (Problemlos in Kanada, USA, Mexiko, Chile, Argentinien und Brasilien), eine Kreditkarte (z.B. VISA) kann in Notfällen auch nicht schaden und etwas Bargeld (US-Dollar) sollte man dabei haben, falls gar nichts anderes geht.
Wichtig ist, Bargeld und wichtige Papiere direkt am Körper aufzubewahren (z.B. in einem Geldgürteln unter der Hose). Normale Brieftaschen und auch Brustbeutel sind ruck-zuck geklaut. Es gibt wahre Spezialisten, die das hinbekommen, ohne das man etwas merkt (Sicherheit).

Grenzen

Die Grenzformalitäten sind in einigen Ländern enorm, besonders in Mittelamerika. Und da sind auch noch so viele Grenzen! Hier ein Formular, da ein Stempel, von Büro zu Büro... was man braucht und wo man das bekommt sagt einem keiner. Vielleicht wird noch von irgend einem Papier eine Kopie benötigt - einen Kopierer gibt's aber eventuell nur auf der anderen Seite der Grenze, d.h. man muss erst mal zu Fuß ein- und wieder ausreisen. Für ein Fahrzeug kommen dann noch ein paar Formulare dazu und für Fremde werden gerne mal ein paar Gebühren dazu erfunden! Also nichts bezahlen, wofür es keine Quittung gibt!
An vielen Grenzen wird man gleich von einer Schar von "Grenzformalitätenerledigern" belagert. Mit selbst gebastelten Ausweisen, die sie einem unter die Nase halten, wollen sie einem gegen eine Gebühr die Formalitäten erledigen. Einheimische LKW-Fahrer machen durchaus von dieser Dienstleistung gebrauch, da man ihnen aber alle Papiere übergeben muss, haben wir das dann doch lieber selbst gemacht.
Vorsicht auch mit Geldwechslern! Hier wird nicht selten mit gezinkten Taschenrechnern gearbeitet. Fremden werden auch mal alte, ungültige oder gefälschte Banknoten ausgehändigt. Am besten, man gibt das Geld noch im jeweiligen Land aus, bevor man es verlässt. In Mittelamerika tauschen einem die Banken oft nicht einmal die Währung des Nachbarlandes um. Restliches Geld kann dann nur in Dollar zurückgetauscht werden.

Impfungen

Außer den üblichen Impfungen wie Tetanus oder Typhus ist es für Reisen in die Tropen sinnvoll, sich gegen Gelbfieber, Hepatitis A und eventuell auch gegen Hepatitis B impfen zu lassen. Es gibt auch eine Cholera-Impfung, diese bietet aber kaum Schutz und hält auch nur für ca. ein halbes Jahr. Schwangere sollten sich nicht gegen Gelbfieber und Cholera Impfen lassen.
Gegen Malaria gibt es keine Impfung, lediglich eine Prophylaxe (Malaria).

Jahreszeiten

Die beste Reisezeit sind in den gemäßigten Breiten natürlich die Sommermonate, d.h. auf der Nordhalbkugel Mai/Juni bis September/Oktober und auf der Südhalbkugel November/Dezember bis März/April. Je näher man aber an den Äquator kommt, desto mehr verschwimmen die Jahreszeiten und desto mehr nehmen die Temperatur- und Tageslängenschwankungen ab. In den Tropen kann es aber, je nach Region, sehr ausgeprägte Regenzeiten geben. Auf unbefestigten Straßen kann dann das vorankommen erschwert oder gar unmöglich werden, außerdem bleiben Himmel und Landschaft dann meist hinter Wolken verborgen.
Grob kann man sagen, dass dort Regenzeit ist, wo die Sonne gerade im Zenit steht, d.h. in Mittelamerika etwa von Mai bis Oktober, um den Äquator von Januar bis Mai und Juni bis September und weiter südlich von November bis April. Zahlreiche Feinheiten ergeben sich aber noch aus den unterschiedlichen Höhenlagen. So kann es z.B. im Altiplano (Bolivien/Peru) obwohl es in den Tropen liegt, zwischen Mai und Oktober sehr kalt werden (auch Frost!). Es ist dann aber meist trocken und die Sicht ist gut (Klima).

Karten

Wir hatten Nord-, Mittel- und Südamerika-Landkarten bereits in Deutschland vom RV-Verlag gekauft. Die sind etwas grob (1:4 Mio.), aber sie haben im Prinzip ausgereicht. Sie sagen allerdings nichts über die Straßenqualität aus: eine rot eingezeichnete "wichtige Verbindungsstraße" kann eine mehrspurige, asphaltierte Autobahn oder eine bei Regen unbefahrbare Schlammpiste sein. In den USA und Kanada sowie in Chile und Argentinien kann man aber an Tankstellen auch genauere Straßenkarten bekommen.
Für Städte ist es sehr sinnvoll, einfache Stadtpläne zu haben. Die in Reiseführern (z.B. Lonely Planet) abgedruckten Innenstadt-Pläne reichen meistens aus.

Klima

Von Alaska bis Feuerland sind in Amerika alle Klimazonen und damit verbundene Landschaften vertreten: von Polargebieten über gemäßigte Breiten und Steppen bis zu Wüsten, Savannen und tropischen Regenwäldern auf der Nordhalbkugel und das ganze nochmal umgekehrt auf der Südhalbkugel.
Außer den Breitengraden wirken sich aber auch Höhenstufen maßgeblich auf das Klima aus. So liegen beispielsweise in Peru geradezu Welten zwischen dem Küstenmtiefland (Wüste), dem Hochland der Anden (Hochlandsteppe) und dem Amazonasbecken im osten des Landes (tropischer Regenwald) (Jahreszeiten).

Kosten

Wir haben für die ganze Reise (10 Monate) pro Person ca. DM 3000.- Verpflegung usw. gebraucht, also etwa DM 10.- pro Tag und Person. Dazu kamen noch mal ungefähr DM 3000.- pro Person für die Transporte (Schiff Europa-USA, Flug Panama-Ecuador, Flug Argentinien-Europa) und ca. DM 4000.- für die Auto-Verschiffungen (Europa-USA, Panama-Ecuador, Argentinien-Europa) (Verschiffung). Bei den Transporten muss man bedenken, dass es keine Straßenverbindung zwischen Mittel- und Südamerika gibt (Panamericana).
Die Angaben der Kosten sind nur als grobe Richtwerte zu verstehen! Die anfallenden Kosten einer solchen Unternehmung können sehr stark variieren bzw. abweichen! 

Malaria

Die Malaria, eine gefährliche Fieberkrankheit, kommt in den Tropen vor, auf Höhen über 2500 m über N.N. ist man aber relativ sicher. Der Malaria-Erreger wird durch Moskitos übertragen, der beste Schutz ist also, sich nicht stechen zu lassen. Das ist leicht gesagt, tatsächlich wird man Moskitostiche aber nicht vermeiden können. Da die Moskitos meist nachts zuschlagen, kann man sich wenigstens dann durch Moskitonetze am Auto oder Zelt schützen.
Es gibt Malaria-Prophylaxe-Maßnahmen in Form von Tabletten wie Chloroquin oder Lariam, letzteres kann aber sehr unangenehme Nebenwirkungen haben und einen absoluten Schutz bietet kein Mittel. Wir haben in Malaria-Gebieten das mildere Chloroquin genommen, das man in Mittel- und Südamerika übrigens wesentlich billiger als in Deutschland bekommt.
Räucherstäbchen und Duftkerzen mit speziellen Duftstoffen zur Fliegenabwehr haben bei uns, außer das sie den Bus eingeräuchert haben, meist keine große Wirkung gezeigt.
Insgesamt denke ich, sollte man die Malaria zwar ernst nehmen und bei Verdacht einer Infizierung (Fieber) sofort einen Arzt aufsuchen, in Panik versetzen sollte man sich aber nicht lassen.

Panamericana

Panamericana durch die Küstenwüste Die Panamericana ist die Straße, die die Amerikanischen Länder verbinden soll, die "Traumstraße", die von Alaska nach Feuerland führen soll. Tatsächlich endet sie aber in Panama bzw. Kolumbien in einer großen Wildnis, dem Darién-Dschungel, unter Panamericana-Fahrern auch bekannt als Darién-Gap. Somit gibt es keine Straßenverbindung zwischen Mittel- und Südamerika! Wer weiterfahren will, muss sein Fahrzeug von Panama nach Kolumbien oder Ecuador (oder umgekehrt) verschiffen (Verschiffung).
Ansonsten ist die Panamericana meist in gutem Zustand, wer aber nicht nur stur auf ihr bleiben will, sondern auch "Nebenstrecken" fahren möchte, sollte sich besonders in Mittel- und Südamerika auf alles gefasst machen: von mehrspuriger Autobahn bis unbefahrbarer Schlammpiste ist alles drin... (Straßen)

Papiere

Benötigt werden die übliche Papiere: Reisepass (muss noch mindestens sechs Monate Gültig sein), Führerschein und internationalen Führerschein (bei der Führerscheinstelle beantragen), Fahrzeugschein. Eine internationale Zulassung ist ebenfalls sinnvoll, da darin die Fahrzeugdaten in mehreren Sprachen aufgeführt sind (gibt's auch bei der Führerscheinstelle). Eventuell wird für das Fahrzeug auch ein Carnet de Passage benötigt (Carnet de Passage)

Polizei

Polizei- und Militärkontrollen sind in Mittel- und Südamerika nicht selten. In vielen Ländern ist die Polizei unterbezahlt, da ist es verständlich, dass an Fremden versucht wird, ein kleines zusätzliches Taschengeld zu verdienen. So werden manchmal ein paar neue Regelungen erfunden, z.B. dass man einen Feuerlöscher im Auto haben muss, dass man irgend ein spezielles Papier benötigt, dass der internationale Führerschein hier nicht gilt usw. Aber das sind auch nur Menschen und meistens kann man mit ihnen reden - wer freundlich ist, hat sicher bessere Karten!
Wenn sie das Fahrzeug durchsuchen wollen, ist das meist nur Neugierde. Es soll aber auch schon vorgekommen sein, dass sie einem während dem Durchsuchen ein Päckchen einer illegalen Droge untergejubelt haben, dann kann man in ziemliche Schwierigkeiten kommen! Also immer nur eine Türe öffnen, nur einen zum Durchsuchen ranlassen und ihm zu zweit auf die Finger schauen!

Reiseführer

Die Reiseführer von Lonely Planet sind recht detailliert. Man findet darin zu fast allen wichtigen Orten Beschreibungen, Stadtpläne, Unterkünfte, Busverbindungen und sonstige Tipps. Allerdings verwenden viele Reisende diese Reiseführer und darin beschriebene Unterkünfte/Orte neigen dazu von "Lonely-Planet-Travellern" überlaufen zu werden, während anderswo vielleicht weniger los wäre. Es gibt sie auch auf deutsch übersetzt vom Walther-Verlag, Bremen (z.B. Mittelamerika-Handbuch, ISBN 3-923550-59-6;  Südamerika-Handbuch, ISBN 3-923550-54-5).
Gute Tipps für Reisen mit eigenem Fahrzeug gibt's im Reise-Know-How-Buch "Auto-Fern-Reisen" von Bernd Büttner (Därr-Reisebuch-Verlag, ISBN 3-921497-17-5).
Das Reise-Story-Buch "Traumstraße Panamerikana" von Helmut Hermann ISBN 3-9800975-3-6) ist eine tolle Einstimmung für Panamericana-Fahrer, auch wenn seine Reise von Alaska nach Feuerland bereits fast 20 Jahre zurückliegt.

Sicherheit

Die Gefahr, bestohlen oder überfallen zu werden besteht immer und überall. Vorsicht ist also geboten - man muss es aber auch nicht übertreiben. An bestimmten Orten ist die Gefahr höher, bestohlen zu werden als an anderen, am wahrscheinlichsten ist es aber in Großstädten. Wenn man jedoch nicht auffällig herumläuft ("Touri-Look", Umgehängte Kamera usw.) kann man diese Gefahr minimieren (Verhalten).
Wertsachen, Papiere und Geld sollten so eng wie möglich am Körper aufbewahrt werden, z.B. in einem Geld-Gürtel unter der Hose (Geld).
Das Risiko, in politische Unruhen verwickelt zu werden, ist in den meisten amerikanischen Ländern gering, eine Ausnahme ist z.B. Kolumbien, wo es immer mal wieder Entführungen durch Guerillas gibt.
Aktuelle Informationen zur Sicherheitslage in den einzelnen Ländern gibt es beim Auswärtigen Amt.

Sprachen

Offizielle Amtssprachen des Amerikanischen Festlandes sind in Kanada, in den USA, Belize und Guyana Englisch (in Teilen Kanadas auch Französisch), in Brasilien Portugiesisch, in Französchisch-Guyana Französisch, in Surinam Holländisch und in allen anderen Ländern Spanisch. Dazu kommen noch zahlreiche indigene Sprachen wie Quiché in Mittelamerika oder Quechua und Aymara in Südamerika. Viele Menschen Sprechen nur eine der indigenen Sprachen.
Die Sprache ist der Schlüssel zu einem Land und seinen Menschen! Man sollte also auf jeden fall ein Wenig Spanisch sprechen, wenn man nach Mittel- und Südamerika reisen will. Mit Englisch kommt man dort nicht weit! Auch etwas Portugiesisch zu sprechen ist empfehlenswert für Brasilien. Brasilianer verstehen dich vielleicht noch, wenn du Spanisch sprichst - umgekehrt wird's aber schon schwieriger: Portugiesisch ist zwar verwandt mit Spanisch, es hört sich allerdings ziemlich anders an.

Straßen

Erdstraße Vorsicht bei Nachtfahrten! Vor allem in Mittel- und Südamerika sollte man sich auf alles gefasst machen: Schlaglöcher, die so groß sind, dass man darin baden könnte, Schotter- und Staubstraßen, Holperpisten, bei Nässe unbefahrbare Schlammpisten usw. Manchmal gibt es keine Brücken, sondern nur Furten, die man erst zu Fuß erkunden sollte. Besonders in der Regenzeit kann es da Probleme mit dem durchkommen geben.
Stehengebliebene Fahrzeuge und andere Hindernisse, weggespülte Straßenabschnitte sowie Tiere (und Menschen) machen Nachtfahrten zur Glücksache, unbedingt vermeiden! (Panamericana)

Verhalten

Wenn man ein Land bereist, sollte man daran denken, dass man Gast ist und sich dementsprechend verhalten. Meine Meinung: lieber etwas unauffälliger als den "Touri" raushängen zu lassen, lieber ganz normal, einfach und ordentlich gekleidet sein. Warum sich nicht einfach so kleiden, wie daheim? Wozu ein von weitem auffallendes "Explorer-Outfit"? Im "Touri-Look" provoziert man gerade in ärmeren Ländern, beklaut, überfallen oder ausgeraubt zu werden.
Wer auch nur ein Wenig die Sprache des Landes kann, offen und freundlich ist überwindet ganz leicht die ersten Barrieren zu den Einheimischen. Bekanntschaften zu Einheimischen können dann zum "Schlüssel" für das Land werden, man ist dann nicht mehr ganz so außenstehend und bekommt etwas mehr das "echte" Leben mit.
Mit solch "natürlichem" Verhalten haben wir in allen Ländern gute Erfahrungen gemacht.
In vielen Ländern kommt es nicht selten vor, dass man von bettelnden Kindern umringt wird. Statt Geld zu geben, halte ich es für sinnvoller, Spielsachen (Bälle, Malsachen, Stofftiere usw.) oder Süßigkeiten zu verschenken. Von Geld haben die Kinder u.U. nichts, sie müssen es den Eltern abliefern die dafür u.U. Alkohol kaufen. Außerdem ist es für die Kinder trotz Armut wichtiger, in die Schule zu gehen, statt auf die Straße, sonst haben sie keine Möglichkeit diesen Zustand zu verändern. Wenn die Kinder aber erfolgreich mit Betteln sind, lassen sie die Eltern u.U. nicht mehr in die Schule gehen sondern schicken sie nur noch zum Betteln.
An manchen touristischen Orten kann es vorkommen, das Bettler mehr verdienen als z.B. ausgebildete Ärzte - auch dieses Phänomen sollte man bedenken.

Verschiffung

Verschiffung nach Südamerika Wer von Europa aus mit seinem eigenen Fahrzeug durch Nord-, Mittel- und Südamerika fahren möchte, muss es drei mal Verschiffen: hin, zurück und über den "Darién-Gap" (es gibt keine Straßenverbindung zwischen Mittel- und Südamerika (Panamericana). Das Fahrzeug am Ende "drüben" zu verkaufen ist nicht so einfach möglich, in der Regel muss man sich bei der Einreise in ein Land verpflichten, sein Fahrzeug wieder auszuführen (Papiere / Carnet de Passage).
Um es doch zu verkaufen (wenn überhaupt möglich) muss es erst kostspielig verzollt werden.
Es besteht die Möglichkeit per Container oder "offen" zu verschiffen. Die Containerverschiffung ist sicherer aber auch teurer. Roll-on/roll-off-Verschiffung ist billiger aber man geht dann ein recht hohes Risiko ein, dass das Fahrzeug aufgebrochen wird (Fahrerkabine muss dann auf jeden Fall vom hinteren Teil getrennt werden und es müssen für die hinteren Türen extra Schlösser angebracht werden, da man der Agentur die Zündschlüssel geben muss). Ein 20-Fuss-Container (darin passt ein VW-Bus gerade so) kostet ca. DM 1200.- für den Transport zwischen Europa und Nordamerika, ebenfalls etwa so viel zwischen Mittel- und Südamerika und um einiges mehr zwischen Südamerika und Europa. Diesen Rücktransport haben wir per roll-on/roll-off gemacht. Das hat aber auch noch etwa DM 2000.- gekostet. Die Preise können sich aber inzwischen verändert haben, man sollte also aktuelle Angebote einholen. Die Agenturen für die Fahrzeugverschiffungen waren bei uns: A. Hegeler & Co, Postfach 104947, D-28049 Bremen (D.-USA), Ecuadorian Line (Panama-Ecuador) und Deugro, Postfach 112028, 20420 Hamburg, www.deugro.com (Argentinien-D.).
Wir selbst sind hin (D.-USA) mit dem Containerfrachter mitgefahren, auf dem auch der Bus transportiert wurde. Das ging über die Agentur Hamburg-Süd-Frachtschiffreisen (Ost-West-Straße 59-61, 20457 Hamburg, Tel.: 040/27050, Fax.: 040/37052420) und hat ca. DM 1200.- pro Person gekostet. Von Panama nach Ecuador und von Argentinien zurück sind wir geflogen (ist letztendlich doch am billigsten).
Hier gibt's weitere Informationen über Frachtschiffreisen und Containerverschiffungen von Ursula und Richard Doring: www.doring.purespace.de/reiseinf/dcontain.htm

Versicherung

KFZ-Haftpflicht-Versicherung:
Für die USA und Kanada hatten wir bereits in Deutschland eine Versicherung abgeschlossen (in den meisten US-Bundesstaaten und in Kanada besteht Versicherungspflicht!). Diese wurde uns von der Firma TourInsure (Carl-Petersen-Strasse 4, 20535 Hamburg, Tel.: 040-25172150, E-Mail: tourinsure@t-online.de) vermittelt. Die Versicherungsgesellschaft war hier die Sunrise Financial Concepts Inc (251 Plaza Drive, Oviedo, Florida 32765).
Für Mexiko, Belize und Costa Rica konnten bzw. mussten Versicherungen an den Grenzen abgeschlossen werden. In den übrigen Ländern haben wir keine Versicherungsgesellschaften gefunden, die ausländische Fahrzeuge versichern. Vorsicht in Argentinien: Hier besteht Versicherungspflicht! Aber auch hier haben wir keine Versicherung gefunden und hatten deshalb einige Male Probleme an Polizeikontrollen!
Wir haben von anderen Reisenden erfahren, dass es eine US-Versicherungsgesellschaft geben soll, die für Gesamt-Amerika versichert, genaueres weiß ich darüber aber leider nicht.

Reise-Krankenversicherung:
Eine Reise-Krankenversicherung haben wir bei der Union-Krankenversicherung AG (66099 Saarbrücken, Tel.: 0681-8440) abgeschlossen. Die hat für die ersten 90 Tage 60 Pfennig pro Tag und ab dem 91. Tag 3 Mark pro Tag gekostet (pro Person).

Werkzeug und Ersatzteile

Panne Man kann natürlich nicht alle Ersatzteile, die kaputt gehen könnten, und alle Werkzeuge mitnehmen. Einige wichtige sollte man aber dabei haben.

Werkzeuge:
z.B. Ring- und Gabelschlüsselset, Ratschenkasten mit Ratschenverlängerung und Gelenk, 
Schraubendreher, Zangen, Radschlüssel (Kreuz), Metallrohr um einen Hebel zu haben, 
Imbuss-Schlüsselsatz, Reifenmontiereisen, Wagebheber, Luftpumpe, Hammer, ...

Ersatzteile:
z.B. Luft-, Kraftstoff- und Ölfilter, da die benötigte Bauart nicht immer und überall  zu haben ist (ähnliche Filter, die es auch tun, bekommt man aber meistens), Keilriemen, Ersatzrad und zusätzlich noch einen Ersatzreifen, Kohle-Schleifkontakte für den Generator (nutzen sich gerade auf staubigen Straße schneller ab), Sicherungen, Birnen, Kabel, Steckverbindungen, ...

Wildcampen

Lagerplatz Wildcampen sollte eigentlich überall möglich sein, aber etwas Vorsicht ist geboten, es kommt immer mal wieder zu Überfällen auf Wilcamper. Man fragt daher entweder einen Landbesitzer, ob man auf dessen Grundstück übernachten darf oder man geht an einen Ort, wo einen bestimmt keiner findet.
Wälder sind in der Regel gute Verstecke und meistens führen irgendwelche Forstwege hinein, die nicht selten irgendwo aufhören - geradezu perfekt zum Wildcampen.
Es gibt auch immer mal wieder Sand- oder Kiesgruben, die entstanden sind, als Material für den Straßenbau benötigt wurde. In solchen Gruben ist man meistens wie vom Erdboden verschluckt, man sollte sich nur vergewissern, dass diese nicht mehr in betrieb sind (wir wurden auch schon von Arbeitern geweckt, weil wir am nächsten Morgen den Baggern im Weg waren).
Man kann einen bei Tag gefundenen Platz auch erst bei Dunkelheit anfahren, um zu vermeiden, gesehen zu werden (Tatsächlich haben wir das aber nie so gemacht).
Es besteht auch die Möglichkeit, gegen ein kleines Trinkgeld oder Auftanken an Tankstellen zu übernachten. Das sind zwar nicht gerade die schönsten Nachtplätze, doch gerade wenn es bereits dunkel ist und man keine Lust mehr auf eine Nachtplatz-Suchaktion hat, ist man sehr froh über diese Möglichkeit. Große Tankstellen haben sogar oftmals Duschen für die Lastwagenfahrer, die ja tagelang in Südamerika unterwegs sind.