Urwaldschutzprojekt Pro Cosara - Bitte helft mit beim Erhalt eines der letzten Reste Atlantischen Regenwaldes in Paraguay!

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Mit dem Postbus durch Amerika (2)

Palme Bevor wir nach Belize kamen konnten wir uns von diesem Land noch recht wenig vorstellen. Belize ist eines der kleinsten Länder auf dem amerikanischen Kontinent (etwa so groß wie Hessen) und hat nur etwa 240 000 Einwohner (etwa so viele wie Aachen). In Belize wird offiziell Englisch gesprochen, was die Ausnahme im sonst spanischsprachigen Mittelamerika ist. Das Land liegt an der Karibik, jenem Meeresabschnitt, der zwischen Mittelamerika und den Karibischen Inseln liegt und den man im Allgemeinen mit palmengesäumten Sandstränden und unbeschwertem Leben verbindet. Und tatsächlich scheint hier alles recht locker zu sein. Die Menschen, eine bunte Mischung aus Mestizen, Kreolen, Indianern, Garifuna und anderen Volksgruppen scheinen das Wort "Stress" nicht zu kennen. Wir fahren nach Belize City, einer bunten Stadt, die hauptsächlich aus zum Teil schon recht alten Holzhäusern besteht. In Belize City müssen wir warten, da wir Probleme mit unserem Getriebe haben und ein Ersatzteil aus Mexiko bestellt werden muss. In einer kleinen Werkstatt wird es in seine Einzelteile zerlegt und wir hoffen, dass sie es auch wieder zusammenbekommen. Nach etwa einer Woche ist es dann aber soweit und es kann weitergehen. Wir fahren noch ein wenig durch Belize, das im Landesinneren mit tropischen Regenwald bedeckt ist und kommen schließlich zur Grenze von Guatemala.

Belize City Belize City Belize City Urwald im Landesinneren

Guatemala ist ein wunderschönes Land. Es hat Urwälder, Berge, Vulkane, Seen und Küsten. Aber es ist auch ein armes Land. Viele Menschen leben noch ihre alte Kultur, tragen noch ihre traditionelle Kleidung und halten noch ihre Märkte an den Orten ab, an denen ihre Vorfahren auch schon gehandelt hatten. An der Grenze zu Guatemala bekommen wir die mittelamerikanische Bürokratie zu spüren: Hier ein Stempel, dort ein Formular - von Schalter zu Schalter ... irgendwann dürfen wir endlich rein. Unser erstes Ziel in Guatemala sind die Maya-Ruinen von Tikal, die wir nach ein paar Stunden Holperpiste erreichen. In Tikal stehen die höchsten Tempel der Maya - über 40 Meter hoch ragen sie aus dem Blätterdach des Dschungels empor. In den Bäumen singen Vögel und Äffchen schwingen sich durch die Äste. Ein beeindruckender Ort. Manchmal ziehen Nebelschwaden vorbei und verbreiten eine mysteriöse Stimmung. Auf rauer, steiniger Straße geht es weiter in Richtung Hochland. Die Holperfahrt strengt an, doch die Landschaft ist einfach phantastisch, es geht mitten durch den Dschungel. Nach zwei Tagen wird es hügeliger und es geht allmählich bergauf. Das Hochland von Guatemala ist vom Klima sehr angenehm - nicht so schwül wie das Tiefland und doch schön warm. Maisfelder und Kiefernwälder ziehen sich über diese hügelige Landschaft.

Maya-Tempel auf holpriger Straße durch den Dschungel Landschaft im Hochland von Guatemala Dorf zwischen Maisfeldern

Wir kommen durch Guatemala-Stadt, wollen aber so schnell wie möglich wieder raus aus diesem Chaos, weiter in das schöne Antigua-Guatemala, die alte Hauptstadt von Guatemala. Antigua-Guatemala gilt als eine der schönsten Städte Lateinamerikas. Die meisten Gebäude stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, als Antigua-Guatemala eine reiche Kolonialhauptstadt war. Ein weiterer Reiz dieser Stadt sind die drei Vulkane, die sie umgeben. Hier bleiben wir ein paar Tage und machen ein wenig Pause...

Antigua-Guatemala der von Vulkanen umgebene Atitlan-See der von Vulkanen umgebene Atitlan-See der von Vulkanen umgebene Atitlan-See

Es geht weiter durch das Hochland von Guatemala. Wir kommen durch tolle Landschaften mit Vulkanen und Seen und durch Dörfer, in denen bunte Märkte abgehalten werden. Irgendwann verlassen wir das Hochland und kommen in die pazifische Tiefebene. Es wird wieder heiß und schwül, die Vegetation wird wieder tropisch. Wir kommen an riesigen Zuckerrohr-Pflanzungen vorbei. Bei dem Städtchen Santa Lucía stehen merkwürdige, Jahrhunderte alte Steinskulpturen mitten in den Zuckerrohr-Feldern, deren Schöpfer anscheinend unbekannt sind. Wir erreichen den Pazifik, wo wir noch mal ein paar Tage an einem einsamen palmengesäumten Strand bleiben, bevor es weiter nach El Salvador geht. Guatemala ist wirklich ein wunderschönes und äußerst vielseitiges Land.

Steinskulptur Zuckerrohrfelder vor Vulkanen in der Pazifik-Tiefebene Pazifik

Unsere Fahrt geht weiter an der Pazifikküste entlang durch das kleine El Salvador und durch das hügelige Hochland von Honduras mit seiner Hauptstadt Tegucigalpa in Richtung Nicaragua. Nicaragua ist das größte Land Mittelamerikas, ist aber noch etwa drei mal kleiner als Deutschland. Nicaragua war in den letzten Jahrzehnten Schauplatz zahlreicher sich überstürzender Ereignisse, die es weltweit in die Schlagzeilen gebracht hat. Noch bis 1990 befand sich das Land im Bürgerkriegszustand und im Oktober 1998 verwüstete der Hurrikan Mitch ganze Landstriche, um nur diese zu nennen. Dennoch ist Nicaragua ein wunderschönes Land, es hat eine pazifische und eine karibische Küste und ein malerisches Hochland, in dem Kaffee angebaut wird. Wir kommen durch die Stadt León, in der zahlreiche Wandbilder von der bewegten, nahen Geschichte zeugen und fahren weiter durch das Hochland nach Matagalpa und Jinotega, Zentren des Kaffee-Anbaus. An der Hauptstadt Managua fahren wir nur vorbei, dieses Chaos wollen wir uns ersparen und sehen uns lieber die wunderschöne, am Lago de Nicaragua gelegene Kolonialstadt Granada an. Am See entlang geht es weiter Richtung Costa Rica.

Sonnenuntergang am Pazifik Vulkan Landschaft im Hochland von Nicaragua Wandbild mit Bürgerkriegsthema

Costa Rica ist das wohlhabendste Land Mittelamerikas, weshalb es auch die "Schweiz Mittelamerikas" genannt wird. In dieser Hinsicht unterscheidet sich das Land deutlich von den anderen mittelamerikanischen Ländern. Von Nicaragua kommend ist unser erstes Ziel der noch aktive Vulkan Arenal, bei dem man nachts die Lava strömen sehen kann. Es geht weiter durch das schöne Hochland und in die Hauptstadt San José, in der es im Vergleich zu den anderen mittelamerikanischen Städten ziemlich europäisch zugeht. Fahren hinunter Richtung Karibik und kommen durch wunderschönen Bergregenwald. Nun ist es wieder tropisch heiß und feucht. Wir kommen durch riesige Bananenplantagen und schließlich an die Küste, die mit palmengesäumten Stränden so ist, wie man sich die Karibik vorstellt. Wir bleiben ein paar Tage in der Nähe des Hafenstädtchens Puerto Limón, gehen baden, sammeln Kokosnüsse und machen ein wenig Pause. Es geht wieder hinauf ins kühlere Hochland, durch eine Kaffee-Anbauregion und über einen 3400-Meter-Pass, dann wieder runter an die dämpfige Pazifik-Küste und weiter Richtung Panama.

der noch aktive Vulkan Arenal Bananenplantage Puente de las Américas Verschiffung nach Südamerika

Durch Panama geht der 1914 fertiggestellte Panamakanal, ein Schifffahrtweg mit zahlreichen Schleusen, der den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Wir fahren durch das hügelige Hochland von Panama, an die Karibik- und Pazifik-Küste, die hier nicht weit von einander entfernt sind, sehen uns den Kanal an und kommen schließlich nach Panama-Stadt. Hier müssen wir unsere Weiterreise organisieren. Es gibt nämlich keine Straßenverbindung nach Südamerika. Über den Panamakanal führt zwar noch die riesige "Puente de las Americas" (Brücke der Amerikas), aber wirklich verbinden tut sie die Amerikas nicht: 200 Kilometer hinter Panama-Stadt endet die Panamericana in einer großen Wildnis, dem undurchdringlichen Darién-Dschungel. Der Bus muss also verschifft werden und wir müssen fliegen, es gibt leider keine Möglichkeit, auf dem Schiff mitzufahren. Wir entscheiden uns, direkt nach Ecuador zu fliegen und nicht ins benachbarte Kolumbien, da man uns riet, Kolumbien aus Sicherheitsgründen zu umgehen.

im Zentrum von Quito Gasse in Quito Monument am Äquator Kulturlandschaft im Hochland

Wir kommen nachts in der Hauptstadt Quito an. Als wir am Flughafen ein paar Dollar wechseln, bekommen wir einen ganzen Stapel 10.000er Sucre-Scheine in die Hand. Durch wahnsinnige Inflation ist die Währung fast wertlos geworden (inzwischen wurde der Dollar als Währung eingeführt). In Quito ist erst mal Pause machen angesagt, der Bus ist ja noch im Schiff unterwegs. So quartieren wir uns in einem Hotel ein (was mit umgerechnet ca. einen Euro pro Tag aber durchaus erschwinglich ist) und erkunden ein Wenig die alte Kolonialstadt und und ihre Umgebung. Ganz in der Nähe verläuft der Äquator, von dem das Land seinen Namen bekam. Trotzdem ist es nicht sehr heiss: Quito liegt auf fast 3000 Metern Höhe und wenn die Sonne nicht scheint, kann es recht kühl sein.
Nach etwa einer Woche sollte unser Bus angekommen sein. Nach einer Jagd nach Formularen quer durch Guayaquil bekommen wir ihn auch endlich. Es kann also weiter gehen, Südamerika wartet...
Wir fahren noch ein wenig durch Ecuador, einem eigentlich kleinem aber sehr vielseitigen Land: die Anden teilen es in die komplett verschiedenen Regionen des Küstentieflandes (heiss und trocken), des Andenhochlandes (gemäßigt) und des östlichen Tieflandes (heiss und schwühl). In diesen drei "Welten" unterscheidet sich so ziemlich alles: das Klima, die Vegetation und sogar die Menschen. Während Quito (im Hochland gelegen) einen recht ruhigen, friedlichen und verschlafenen Eindruck macht ist Guayaquil (an der Küste) eine lebhafte aber auch runtergekommende und gefähliche Tropenmetropole.
Wir fahren durch die Küstenebene weiter Richtung Peru. Zunächst geht es durch risige Bananenplantagen bis es nach Süden hin immer trockener wird und sich allmählich die Atacama-Wüste ankündigt.

Kathedrale in Cuenca Wasserfall Bananenplantage es wird trockener richtung Süden...

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