Urwaldschutzprojekt Pro Cosara - Bitte helft mit beim Erhalt eines der letzten Reste Atlantischen Regenwaldes in Paraguay!

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Mit dem Postbus durch Amerika
Eine VW-Bus-Reise durch Nord-, Mittel- und Südamerika

Amerika Endlich ist es soweit: Die Vorbereitungen sind getroffen, und es kann los gehen! Wir machen uns auf nach Le Havre in Frankreich, von wo aus unser Schiff nach New York abfährt. Als wir in Le Havre ankommen, liegt das Schiff bereits im Hafen und wird beladen. Über eine Treppe besteigen wir den riesigen Containerfrachter. Ich glaube, in diesem Moment realisieren wir noch nicht wirklich, was wir eigentlich machen, was uns erwarten wird... Es mag unnormal klingen, mit dem Schiff zu reisen, aber wir wollen nicht fliegen. Wir wollen die Entfernung spüren und nachvollziehen und nicht in ein paar Stunden in einen anderen, für uns neuen Kontinent geworfen werden. Außerdem haben wir unseren VW-Bus "im Gepäck", der sich in irgendeinem der Container befindet - hoffentlich zumindest. Wir werden vom Kapitän begrüßt und man zeigt uns unser Zimmer. Ungefähr eine Hand voll weiterer Passagiere und etwa 20 Besatzungsmitglieder sind schließlich an Bord. Irgendwann ist das Schiff beladen und die Leinen werden losgemacht. Das Schiff setzt sich in Bewegung, manövriert aus dem Hafen und begibt sich ganz allmählich auf den Atlantischen Ozean. Eine gute Woche haben wir nun noch Zeit, uns auf die Reise einzustellen, zu lesen und uns auf die Länder vorzubereiten, die wir bereisen wollen...

Beladen des Schiffes Fahrt über den Atlantik Fahrt über den Atlantik Fahrt über den Atlantik

Freiheitsstatue Nach acht Tagen Schifffahrt ist wieder Land in Sicht! Im Morgengrauen wird die Skyline von New York erkennbar. Noch ein paar Stunden vergehen, bis wir im Hafen "eingeparkt" sind und unsere Füße auf den amerikanischen Kontinent setzen. Wir stehen am Anfang einer großen Reise... Da unser VW-Bus auf dem selben Schiff transportiert worden ist, könne die Fahrt ja gleich losgehen - so dachten wir. Doch die Bürokratie hält uns noch zwei Tage in New York: Papiere für das Auto, Zolldeklarationen, Versicherung, usw... Dann geht es aber los! Nichts wie raus aus dieser riesigen Stadt! ... Machen erste Geh- bzw. Fahrversuche auf Amerikas Straßen und sind manchmal etwas verwundert über die Unterschiede im Verkehr: Autobahn-Ein- und Ausfahrten von links und rechts, wer zuerst an die Kreuzung kommt, hat Vorfahrt, rechts abbiegen bei Rot, riesige LKWs überholen von links und rechts und überhaupt scheint unser VW-Bus das kleinste Fahrzeug weit und breit zu sein. Na ja, er hat ja wenigstens eine auffallende Farbe, um nicht ganz übersehen zu werden. Die erste Etappe führt uns durch die Bundesstaaten New Jersey und Pennsylvania. Wir kommen durch die schönen Appalachen, scheinbar am Ende der Welt, doch gerade mal 200 km von New York entfernt und weiter zum Lake Ontario, dem kleinsten der Großen Seen. Da wir hier noch nicht so sehr mit dem "Wildcampen" vertraut sind, übernachten wir meist in State-Parks, Naturschutzgebieten, in denen es oft billige oder sogar kostenlose, einfache Campingplätze gibt. Schließlich geht es über den Niagara-River weiter nach Kanada.

Ankunft in New York Landstraße Sonnenuntergang DEAD END

Die Einreise nach Kanada stellt keine Probleme dar, ein Stempel in den Pass und es kann weiter gehen. Wir fahren zu den Niagarafällen, den riesigen Wasserfällen des Niagara-River, der den Eriesee und den Ontariosee miteinander verbindet. Die Wasserfälle sind beeindruckend, unter lautem Getöse fallen die Wassermassen 52 m in die Tiefe. Leider ist das Umfeld ziemlich verbaut: Hotels, Aussichtsplattformen usw. büßen dem Naturschauspiel einiges an Reiz ein. Wir wollen möglichst schnell aus dem dicht besiedeltsten Südosten heraus in die einsamen Wälder Kanadas. Wir streifen noch den Viermillionen-Großraum Toronto, doch dann wird es nach Norden hin allmählich ruhiger. Hier wird Kanada schon sehr bald so, wie man es sich oft vorstellt: Wälder und Seen, unberührte Natur. Das Finden von Nachtplätzen ist völlig unproblematisch: Immer mal wieder gehen Wege von der Straße ab, die nirgendwo hinzuführen scheinen. Manchmal finden wir mitten im Wald einen Platz, manchmal auch an einem See. Wir kommen am Lake Superior vorbei, dem größten der Großen Seen - er ist etwa 150 mal so groß wie der Bodensee. Wenn man am Ufer steht, meint man am Meer zu sein. Sogar Sandstrand und Wellen gibt es und da das Wetter schön ist legen wir eine Badepause ein.

Niagara Falls Landschaft am Lake Superior am Lake Superior

Es geht weiter durch die unendlichen Wälder Kanadas... Irgendwo kommen wir einmal zu einem Haus an einem einsamen See und die Familie, die dort wohnt lädt uns ein, die Nacht zu bleiben. Wir haben einen netten Abend, essen Fisch, den sie vor der Haustüre geangelt haben und unterhalten uns noch lange... Es geht weiter nach Westen und Norden, wir streifen die flache Prärie, und irgendwann kündigen sich die Rocky Mountains an. Den Bergen entlang geht es weiter nach Süden durch die wunderschönen Nationalparks Jasper und Banff. Wir kommen an Seen, Flüssen und Wasserfällen, schneebedeckten Berggipfeln und Gletschern vorbei, sehen Hirsche, wilde Ziegen und Bären. Weiter nach Süden kommen wir schließlich an die Grenze der USA.

Fluss in den Rocky Mountains in den Rocky Mountains Bär

Der Zollbeamte schaut etwas misstrauisch auf unser Nummernschild, doch ein gelber Zettel (eine Erklärung, das Auto binnen einer Frist wieder auszuführen), den wir in New York besorgen mussten, stimmt ihn gnädig und uns er lässt uns einreisen. Wir sind nun im (wilden) Westen der USA, im Bundesstaat Montana. Fahren weiter nach Great Falls, der Stadt an den "Großen Wasserfällen" des Missouri, die jedoch nur noch vor sich hin tröpfeln, seit sie zur Stromerzeugung genutzt werden. Wir fahren nach Süden, entlang der Rocky Mountains und kommen zum Yellowstone-Nationalpark, jenem ältesten und mit seinen Geysiren und heißen Quellen wohl bekanntesten Nationalpark der USA.

Landschaft in Montana Wasserfall im Yellowstone-Nationalpark, USA Bighorn Canyon Mount Rushmore

Es geht weiter Richtung Osten. Wir verlassen die Rocky Mountains für eine Weile und kommen in die Prärie, jener riesigen, sich quer durch Nordamerika erstreckenden Ebene. Ursprünglich Grasland, auf dem früher riesige Bison-Herden lebten, besteht die Prärie heute vor allem aus Weiden und Getreidefeldern. Wir kommen durch Wyoming und South Dakota, wo im Mount Rushmore seit 1941 die amerikanischen Präsidenten Washington, Jefferson, Lincoln und Roosevelt eingemeißelt sind. Es geht weiter durch die zerklüftete, durch Erosion entstandenen "Badlands" und wieder durch die scheinbar unendliche Prärie...

Getreidefeld in der Praerie, USA Sonnenblumen verlassenes Haus Baum

In Colorado erreichen wir wieder die "Rockys" die wir nun nach Südwesten über Pässe und durch Täler durchqueren. Schließlich kommen wir durch das Coloradoplateau, einem steppenhaften Tafelland im Südwesten der USA. Der Colorado-River und seine Nebenflüsse haben hier tiefe Canyons, darunter auch den Grand Canyon, ausgegraben und durch Verwitterung sind hier die wohl einzigartigsten Steinformationen entstanden. Wir sind beeindruckt von den Formen und Farben, die uns hier begegnen. Irgendwann erreichen wir in Arizona die Sonora-Wüste und die Grenze von Mexiko. Wir sind ein wenig aufgeregt, da uns nun wieder ein für uns neues Land begegnet - doch wir sind gespannt, was uns erwartet.

Steinformation Steinbogen im Arches-Nationalpark, Utah, USA Bryce Canyon Grand Canyon

In Mexiko waren einst Zentren der Hochkulturen Mittelamerikas. An vielen Orten erinnern historische Stätten an diese Kulturen. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche, wunderschöne Kolonialstädte - leider mit der Tragik verbunden, dass die Kolonialzeit den alten Kulturen den Untergang gebracht hat. Wir fahren durch das Zentrale Hochland nach Süden und überqueren bei Durango den Nördlichen Wendekreis (hier steht die Sonne am Mittag des 21. Juni senkrecht). Da wir uns aber auf einer Höhe zwischen 1500 und 2000 Metern über dem Meer befinden, ist das Klima sehr angenehm warm und trocken (im Gegensatz dazu kann es in diesen Breiten auf Meereshöhe schon manchmal unangenehm heiß und schwül sein). Wir kommen unter anderem durch die Städte Zacatecas, Guadalajara, Morelia und Juanajuato, alles wunderschöne Kolonialstädte, die im Zentrum einen großen Platz mit einer Kathedrale haben. Die Straßen sind meist im Schachbrettmuster angelegt, eine Ausnahme macht Guanajuato, eine ehemalige Bergbaustadt, die so in den Hang gebaut wurde, dass ein völlig wirres Gassen-, Treppen- und Straßennetz entstanden ist.

in der Sonora-Wüste, Mexiko in der Sonora-Wüste, Mexiko Blick über Guanajuato Landschaft im Hochland

Immer wieder kommen wir an Pyramiden, Tempeln und anderen Ruinen der Azteken, Tolteken oder Zapoteken vorbei. Allmählich kommen wir in das Spanisch hinein, das wir bis jetzt nur "theoretisch" gelernt hatten. Die Mexikaner sind meist sehr nett und freuen sich, wenn man ihre Sprache lernen will. Im Vergleich zu anderen mittel- und südamerikanischen Staaten ist Mexiko noch relativ wohlhabend, doch auch hier leben viele Menschen sehr einfach. In den meisten Städten könnte man denken in Südeuropa zu sein, doch in manchen kleinen Dörfern gibt es weder fließendes Wasser, noch Strom. In der Hauptstadt Mexico D.F. zeigt sich das Problem der Armut sehr deutlich: durch Zuwanderung von meist armer Landbevölkerung ist die Stadt auf über 15 Mio. Einwohner angewachsen - viele leben dort unter noch schlechteren Bedingungen als vorher. Wir zwängen uns durch das Chaos dieser Riesenstadt - bleiben nur einen Tag dort und flüchten wieder in das ruhigere Umland.

die Ruinen von Teotihuacán Kathedrale in Mexiko-Stadt Käfertaxi in der Sierra-Madre

Es geht weiter nach Südosten, wo wir das das zentrale Hochland verlassen. So wie wir an Höhe verlieren wird es heißer und schwüler und es regnet. Es regnet in Strömen - tagelang. Kein Wunder - wir sind in die Regenzeit des Tieflandes gekommen. Aber es müsste bald besser werden: wir haben inzwischen Ende September und im Oktober beginnt allmählich die Trockenzeit. Wir erreichen den Südosten Mexikos und die Halbinsel Yucatán, und damit das Land der Maya, das sich noch über Belize, Guatemala und bis El Salvador und Honduras hinein erstreckt. Wir sehen uns die beeindruckenden Ruinen von Palenque, Uxmal, Chiéchen Itzá und ein paar andere an. Die meisten Ruinen der Maya waren bereits verlassen, als die Spanier nach Mexiko kamen - warum, liegt immer noch im Dunkeln und wird vielleicht nie ganz geklärt werden. Wir erreichen bei Tulum die Karibik, die mit Palmen und Sandstränden an vielen Stellen tatsächlich so ist, wie man sie sich vorstellt. Nur die schwüle Hitze ist manchmal zuviel des Guten - wenn man auch Nachts noch schwitzt, ohne Decke und ohne irgend etwas zu machen. Wir nähern uns allmählich der Grenze zu Belize und verabschieden uns von Mexiko, einem wunderschönen Land!

die Ruinen von Palenque Uxmal Pyramide in Chichén Itzá Karibik-Küste

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